Auf der Suche nach dem Seemonster im albanischen

Prespa-See

 

Hans-Jörg Vogel / Berlin

Bei meinen Recherchen zum diesjährigen Jahresurlaub 2018, es ging diesmal nach Albanien, bin ich im kryptozoologischen Bereich auf eine interessante Geschichte über ein angebliches Seemonster im albanischen Prespa-See gestoßen.

Der Prespa-See besteht eigentlich aus zwei Seen, dem Golema (groß) und Mala (klein) Prespa-See. Die Seen werden von Mazedonien, Albanien und Griechenland begrenzt. Mit 855 Metern Höhe sind sie die höchsten Seen auf dem Balkan.

Nachgewiesene Siedlungen auf den Inseln im See stammen zum Teil aus dem 10. Jahrhundert.

Am Ufer des Prespa-See , © Hans-Jörg Vogel

Im See selbst tummeln sich ca. 9 Fischarten und wenn man den Berichten Glauben schenken will, auch ein „Seemonster“ ähnlich dem im schottischen Loch Ness.

Da es uns nun in diesem Jahresurlaub nach Albanien zog, musste natürlich auch ein Tag am Prespa-See für Nachforschungen unbedingt eingeplant werden.

Die Recherchen im Vorfeld ergaben erst mal, dass die interessanteste Sichtung wohl im Jahre 2012 stattgefunden haben soll. Auf einem Foto eines Paares zeigte sich im Hintergrund auf dem See ein seltsames Gebilde. Es erinnerte an einen „Nessie“- Kopf.

Es ist schwer zu schätzen, wie weit dieses Gebilde aus dem See herausragte. Im Internet fand ich dazu eine kurze BBC-Dokumentation von ca. 5 Minuten auf YouTube.

(https://www.youtube.com/watch?v=tI35LTpq8uw#ws)

Interessanterweise wurde die Aufnahme auf der griechischen Seite des Prespa-Sees gemacht und nicht auf albanischer Seite. Das Paar befand sich damals im griechischen Dorf Nivica und die Aufnahme wurde in Richtung albanische Küste angefertigt. Die Reporterin in der Dokumentation befragte mehrere Personen, u.a. auch Fischer und Vertreter der örtlichen Organe aber eindeutige Ergebnisse haben die Befragungen nicht erbracht.

Die neueste Sichtung stammt nach meinen Informationen aus dem Jahr 2017. Die Beschreibungen geben ein ähnliches Bild ab, wie in den vorhergegangenen Sichtungen und vom Bild aus 2012. Das „Wesen“ wurde hier ebenfalls „nessieähnlich“ beschrieben. Dieser neue Bericht stammt aus dem albanischen Dorf Pretor, welches aber nach meinen Informationen (und auch nach GoogleMaps) eigentlich auf der Mazedonischen Seite liegen soll. Möglicherweise gibt es in beiden Staaten ein Dorf mit dem gleichen Namen. Ich konnte es aber bisher leider nicht verifizieren. Weitere Informationen zum Sachverhalt habe ich im Internet auch nicht gefunden.

In einigen Artikeln zum Thema wurde gemutmaßt, dass es sich bei allen Sichtungen mit großer Wahrscheinlichkeit um sehr große Welse handeln könnte. Einheimische Fischer berichteten von Welsen mit bis zu 5 Metern Körperlänge die im See leben und die ein Gewicht von bis zu 300 Kilogramm aufweisen sollen!

Für meine persönlichen Nachfor­schungen hatte ich mir den kleinen Ort Pustec ausgesucht.

Der Tagesausflug bescherte uns auch eine große Hitze, bis 30 Grad Celsius  und mehr… Im Dorf selbst waren kaum Bewohner anzutreffen. Der Weg führte uns am Ufer des Sees entlang und ich machte mehrere Aufnahmen, in der Hoffnung auf den großen Treffer! Leider nichts…! Es wäre ja auch zu schön gewesen.

Im Hintergrund eine der Inseln im Prespa-See

Wie erwähnt, im Ort selbst fand ich niemanden dem ich ein paar Fragen stellen konnte. In dem sich im Ort befindlichen Restaurant konnte ich dann beim Mittagessen einen der Kellner befragen. Zum Glück konnten unsere Freunde, die mit uns Albanien bereisten, die Konversation in Englisch übersetzen. Ich frage den Kellner, ob er schon mal etwas über ein Seemonster im naheliegenden See gehört habe. Er sagte ja, aber die Informationen darüber, wie auch die Sichtungensberichte kommen eigentlich immer von der griechischen Seite.

Restaurant- und Hotelanlage am Prespa-See

Weitere Leute konnte ich hier nicht befragen. Später, auf der mazedonischen Seite des Ohrid-Sees, hatte ich noch die Möglichkeit mit einen Bootsführer, nahe dem Kloster „St. Naum“, zu sprechen. Er wiederum war der Meinung, man braucht hier kein „Nessie“-Monster oder ähnliches, weder im Ohrid-See noch im Prespa-See. Es ist hier auch so interessant und schön genug, so dass viele Besucher kommen. Gehört habe er auch noch nichts von einem „Seemonster“ im Prespa-See.

Bootstour auf einem kleinen See am Kloster St. Naum

Mein Fazit der kurzen Nachforschungen: Ein großes „Seemonster“ á la Nessie scheint derweil nur in den Geschichten und der Phantasie der Beobachter zu existieren. Möglicherweise und wie so oft, sind wohl falsch interpretierte Fischsichtungen für diese Meldungen verantwortlich. Auch Bildfälschungen sind möglich, aber aufgrund der vorliegenden Informationen  meiner Meinung nach unwahrscheinlich. Eine mögliche, aber auch sehr unwahrscheinliche Interpretation fand ich in einem Artikel. Hier sprach man von der Sichtung eines U-Boot- Periskops. Dabei wäre aber die Form des Periskops als sehr seltsam einzustufen.

Ja, eine definitive Antwort auf die Frage: „Gibt es im albanischen Prespa-See ein Seemonster?“, kann ich derzeit leider auch nicht geben. Die Wahrscheinlichkeit geht meiner Meinung nach aber gegen -0-!

Später, auf der Heimreise, gelang mir noch dieses nachfolgende Foto am Grenzübergang von Albanien nach Montenegro.

Von Weitem sah es so aus, als würde ein kleiner Kopf und ein Stück Hals aus dem Wasser schauen. Man musste schon genauer hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um ein Metallrohr handelte. Das Ganze würde ergänzt, durch einen weißen Vogel obenauf, der kurz darauf auch wegflog.

Fotos: © Hans-Jörg Vogel, 2018

 

Das Originalbild, welches eigentlich auch die BBC auf den Plan rief, finden Sie im Internet u.a. auf folgender Homepageseite:

https://fern-flower.org/ru/phenomena/vodnye-sushchestva

Ich habe das Foto mal hier in einem Bitmap-Format veröffentlicht. Im Prinzip hat es Ähnlichkeit mit meiner Aufnahme oben. Allerdings sind bei diesem Bild die Entfernungen zum Ufer viel weiter und es lässt sich dadurch die Größe des herausragenden „Körperteils“ schlecht schätzen.

Originalbild geändert: Hans-Jörg Vogel

Strukturen oder Ähnliches sind auf bzw. am „Monster“ auf dem Originalbild auch nicht zu erkennen.

Eine definitive Erklärung, um was es sich dabei handeln könnte, gibt es bis heute nicht.

Der Autor am See Prespa, Foto: © M. E.

 


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