04.10.2021 14:32

Stand der Untersuchungen eines angeblichen "Almasty-Finger- oder Zehennagel"

Sehr geehrte Interessenten, liebe Freunde der Kryptozoologie!

Heute möchte ich noch einmal auf ein Artefakt zurückkommen, welches sich seit Januar 2018 in meinem Besitz befindet.

Einen Überblick über das Artefakt und seine mögliche Bedeutung findet man u.a. hier in diesem kleinen Video auf YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=So2NWnSjZhg .

Es geht hier um einen angeblichen „Almasty-Fingernagel.

Am 06.01.2018 erhielt ich einen Gegenstand, der bei eBay im Internet als:

"Fingernagel eines Alma, Kryptozoologie, cryptozoology, yeti bigfoot",

zur Ersteigerung angeboten wurde.

Alles war bestens verpackt und ich war nun gespannt auf das Artefakt.

Die erste optische Begutachtung erbrachte Folgendes:

  • der Nagel befindet sich in einem Glasobjekt aus wahrscheinlich zwei Teilen, eine Glasplatte mit aufgesetzter Glaslinse, von einem rechteckigen Objektträger umsäumt
  • Größe des Objektträgers 20,5 cm x 20,0 cm; Gesamtgewicht ca. 510 Gramm, Stärke ca. 1,5 cm
  • der Durchmesser der aufgesetzten Glaslinse beträgt ca. 13,5 cm, die Höhe der Wölbung beträgt ca. 3 cm 
  • optisch sieht es so aus, als wäre die obere Glaslinse auf den Glasboden aufgeklebt
  • der Objektträger ist mit einem schwarzen, möglicherweise stoffähnlichen Material beklebt, könnte auch nur strukturiertes Papier sein. Einige der Klebestellen sind lose.
  • alles in allem sieht das Material alt aus; nach Angaben von Xaver stammt dieses Präparat aus den Jahren 1940 - 1945
  • links unten auf dem Objektträger befindet sich ein Aufkleber, weiß mit blauer Umrandung und Zacken, ähnlich wie bei einer Briefmarke. Auf dem Aufkleber befinden sich Buchstaben, meiner Meinung nach kyrillische Buchstaben - АЛАC - und klein rechts am Rand - Р И - (Igor Burtsev dazu am 7.1.18: Es könnte P oder L sein, gedrehter Schriftzug zwei Buchstaben: RI, möglicherweise eine Abkürzung)
  • die Beschriftung und deren Bedeutung ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt (08.01.2018) noch vollkommen unbekannt
  • der Nagel hat eine Länge von ca. 9 cm und eine Breite von ca. 4 cm (lässt sich nicht 100% genau messen, da der obere Teil des Objektträges eine Linse ist)
  • die Oberseite wird zu fast 50 % mit Haaren bedeckt, wobei es so aussieht, dass die Haare an der Nagelwurzel beginnen
  • die Farbe des Fingernagels an der Oberseite ist bräunlich
  • auf der Oberseite befinden sich mehrere Kratzer
  • die vordere Kante des Nagels weist teilweise eine Ablösung der oberen Schicht auf
  • die untere Seite des Nagel ist ca. 1 cm vorne glatt und dann bis zur Nagelwurzel rau, sieht aus, wie verkrustetet Material (Blut?)
  • die Wölbung des Fingernagels beträgt ca. 1,00 cm
  • die Stärke des Fingernagels, geschätzt: 1,5 mm

Soviel also zur ersten optischen Analyse des Artefaktes. Da keine weiteren Informationen zu diesem Objekt dem Paket beilagen, schickte ich eine Nachfrage per Mail an den Verkäufe .

Ich erhielt folgende Informationen zu den Umständen, wie er in den Besitz des Gegenstandes gekommen ist und welche Informationen er dazu erhalten hatte.

Zusammenfassung der Informationen vom Verkäufer:

  • der Gegenstand wurde mit anderen Gegenständen (Nanai-Statue, Mammutzähnen u.a.) 2012 in Wien gekauft, der Verkäufer nannte sich Atanas und war angeblich Bulgare
  • bezeichnet wurde der Nagel als Teil eines "großen sibirischen Affen"
  • die genannten Gegenstände stammen angeblich aus einer Schulsammlung, die aufgelöst wurde bzw. diese Gegenstände wurden ausgemustert
  • alle erworbenen Sachen stammen nach Angaben des Bulgaren wohl aus einer Gegend
  • der "Nagel" soll aus Gorno-Altaisk - Hauptstadt der autonomen Republik Altai - stammen (es gab auch eine Zeitangabe: aus den Jahren 1940 -1945)
  • sollte sich der Verkäufer an weitere Einzelheiten erinnern, wollte er sich wieder persönlich bei mir melden.

Ja, soweit die vorhandenen Informationen, die für weitere Recherchen und Untersuchungen am sogenannten „Almasty-Fingernagel“ als Ausgangspunkt ab dem 6. Januar 2018 dienen sollten.

Eine langwierige Recherchephase begann. Informationssammlung, Diskussionen mit russischen, amerikanischen und englischen Fachleuten folgten, ebenso Diskussionen auf unserer Mailingliste für Kryptozoologie. Auch international machten wir auf unseren Fund aufmerksam. In der Zeitschrift ForteanTimes, vom Mai 2019, veröffentlichte der bekannte Autor Ulrich Magin einen Artikel über dieses Artefakt.

Fachleute aus Museen  und Tierparks wurden befragt und es begann eine unglaubliche Suche nach einem Labor, welches dieses Artefakt wissenschaftlich untersuchen könnte.

Einen ausführlichen Artikel zu dieser ganzen Geschichte wird man voraussichtlich im Jahrbuch für Kryptozoologie, Ausgabe 3, nächstes Jahr (2022) lesen können!

Nach fast drei Jahren hat es nun geklappt! Der sogenannte „Almasty Finger- oder Zehennagel“ wurde am 20.09.2021 unter entsprechenden Laborbedingungen an FU Berlin, im Institut für Tierpathologie, unter die Lupe genommen.

Wichtig war uns, dass die Öffnung des verklebten Objektträgers unter Laborbedingungen geöffnet wird und somit auch ausgeschlossen wird, dass beteiligte Personen dieses Artefakt möglicherweise mit ihren persönlichen Spuren verunreinigen.

Die entnommenen Proben werden jetzt weiter untersucht. Hierbei handelt es sich um Haare und kleine Stückchen der Haut/Leder. Diese Objekte werden jetzt unabhängig in zwei Laboren weltweit untersucht. Ein aussagekräftiges Ergebnis wird aber noch eine Weile auf sich warten lassen.

Wir werden darüber dann zeitnah informieren. Einen Abschlussbericht wird es, wie bereits erwähnt, voraussichtlich im Jahrbuch für Kryptozoologie 2022 geben.

Hans-Jörg Vogel

Berlin, 04. Oktober 2021  

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